"Der Staatsanwalt" im Porträt

Rainer Hunold spielt ein letztes Mal den "Staatsanwalt": So gelang ihm der Erfolg

Aktualisiert:

von teleschau - Susanne Bald
Als Oberstaatsanwalt Bernd Reuther ermittelt Rainer Hunold seit 20 Jahren in Wiesbaden und Umgebung.

Als Oberstaatsanwalt Bernd Reuther ermittelt Rainer Hunold seit 20 Jahren in Wiesbaden und Umgebung.

Bild: ZDF und Andrea Enderlein


Nach 20 Jahren schickt Rainer Hunold seinen Bernd Reuther in den Ruhestand. Doch "Der Staatsanwalt" ist nicht die einzige TV-Rolle, in der sich der Schauspieler für andere einsetzte.


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Auf einen Blick

  • Name: Rainer Hunold

  • Geburtstag: 1. November 1949

  • Geburtsort: Braunschweig

  • Wohnort: Berlin-Frohnau

  • Größe: 1,85 Meter

  • Familienstand: Verheiratet

  • Kinder: Zwei Kinder

Über Umwege zur Schauspielerei

Rainer Hunold wurde am 1. November 1949 in Braunschweig geboren. Dort studierte er zunächst einige Semester Bildhauerei und Kunstpädagogik, zog dann allerdings nach Berlin, wo er ein Germanistik-Studium begann. 1975 wurde dem jungen Hunold klar, was er wirklich werden will: Schauspieler! Nach seinem Examen an der Max-Reinhardt-Schule folgten schnell erste TV-Rollen.

Serienstar des ZDF

So richtig in Gang kam Hunolds Karriere 1978 mit einer Hauptrolle in der 13-teiligen ZDF-Serie "Ein Mann will nach oben" nach dem Roman von Hans Fallada. Er spielte darin den jungen Matrosen Kalli Flau - Hunolds Durchbruch!

Danach wurde er zu einer festen Größe im ZDF. Von 1988 bis 1997 verkörperte er als Nachfolger von Günter Strack in der Kultserie "Ein Fall für zwei" an der Seite von Claus Theo Gärtner den Anwalt Dr. Franck. In der Vorabendserie "Wie Pech und Schwefel" gab er zudem von 1994 bis 1997 den Leiter einer Parfümfabrik.

Erfolg auch im Ersten: "Dr. Sommerfeld" und "Kollege Otto"

1997 beerbte Hunold in der ARD den großen Günter Pfitzmann als Arzt, dem die Schöneberger vertrauen. In 139 Episoden festigte Hunold bis 2004 in "Dr. Sommerfeld - Neues vom Bülowbogen" seinen Status als Publikumsliebling.

Ebenfalls für die ARD drehte er mit Heinrich Breloer ("Die Manns") den Film "Kollege Otto - Die Coop-Affäre". Dafür sollte es den renommierten Grimme-Preis geben.

Wusstest du schon?

"SAT.1 Frühstücksfernsehen"-Moderatorin Alina Merkau spielte auch bei "Praxis Dr. Sommerfeld" mit.

Für diese Rolle erhielt "Fack ju Göhte"-Star Jella Haase den Grimme-Preis

20 Jahre "Der Staatsanwalt"

2005 ging es für Hunold zurück zum ZDF: Er wurde "Der Staatsanwalt" Bernd Reuther und machte auch diese Serie zum Hit. Doch nun ist Schluss. Hunold, mittlerweile 75 Jahre alt, schickt seine Rolle mit der 20. Staffel (ab Freitag, 28. Februar, ZDF, 20:15 Uhr) in den Ruhestand. Und damit auch sich selbst.

Den Grund verriet er dem ZDF: "Glaubwürdigkeit und Authentizität waren mir immer wichtige Kriterien für die Figuren, die ich gespielt habe. Angesichts meines Alters habe ich mich daher entschlossen, Bernd Reuther in den Ruhestand zu entlassen. Ich möchte verhindern, dass die im 'richtigen Leben' unumgängliche Altersgrenze für Juristen, die ich privat längst überschritten habe, die Glaubwürdigkeit der von mir geliebten Figur irgendwann beschädigt."

Und wie geht es für Hunold weiter? "Ich freue mich auf den kommenden Lebensabschnitt, den ich ausschließlich der Bildhauerei, meiner zweiten großen Leidenschaft, widmen werde."

Ein Mann mit Herz

Auch Hunolds Frau Petra Offizorz dürfte sich über den Ruhestand ihres Mannes freuen. Schließlich stand er nicht nur jahrelang vor der Kamera. Im Schlosspark Theater Berlin etwa war er unter anderem in "Ein seltsames Paar" zu sehen.

Das Paar ist seit 1989 verheiratet und hat zwei Kinder, die sie aus Marokko adoptierten. "Die wichtigste Entscheidung, die meine Frau und ich jemals getroffen haben, war, Kinder zu wollen und zu haben", verriet Hunold der Berliner Morgenpost. Der Schauspieler ist zudem Botschafter der SOS-Kinderdörfer. Ein Mann mit Herz eben.