Fantasie rettete ihre Kindheit
Gefangen in einer Sekte: Glenn Close spricht über die Auswirkungen auf ihr Beziehungs-Leben
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von teleschauHollywood-Ikone Glenn Close spricht jetzt über ihre Kindheit.
Bild: IMAGO/ABACAPRESS
Glenn Close (77) ist bekannt für Filme wie "Eine verhängnisvolle Affäre" und "Die Frau des Nobelpreisträgers". Ihre Kindheit verbrachte sie in einer radikalen Glaubensgemeinschaft, was noch heute Auswirkungen auf ihr Beziehungsleben hat.
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Glenn Close wuchs in der wohlhabenden Gegend um Greenwich/Connecticut auf. Ihr Vater war ein erfolgreicher Chirurg. Als sie sieben Jahre alt war, schlossen sich ihre Eltern einer religiösen Sekte namens "Moralische Aufrüstung" an. Im Zentrum dieser strengen Glaubensgemeinschaft stand die Idee, dass Kriege durch die moralische Umkehr von Menschen verhindert werden könnten. Deshalb wurden die Mitglieder der Gruppe bis ins kleinste Detail streng kontrolliert, sei es die Kleidung oder sprachliche Formulierungen.
Ihre Familie zog sogar vorübergehend in die Schweiz, in die Nähe des Hauptquartiers von "Moralische Aufrüstung" im Grand Hotel de Caux. Close besuchte in dieser Zeit die internationale St. George's School bei Montreux.
Mit Vorstellungskraft und Fantasie widersetzte sie sich der strengen Lehre
Wie Glenn Close in einem Interview in "Today's Sunday Sitdown" verriet, half ihr ihre lebhafte Fantasie als Kind dabei, sich emotional von den umstrittenen Lehren zu distanzieren:
Ich konnte mich in manchen Situationen mit meiner Vorstellungskraft herausziehen und verhindern, dass sie zu tief in mich eindringen.
Schon in Connecticut schlüpfte sie bei Streifzügen durch die Natur in alle möglichen Rollen und tauchte in Fantasiewelten ab. Was ihr später als Schauspielerin zu Ruhm und mehreren Oscar-Nominierungen verhelfen sollte, rettete Glenn Close durch eine schwere Zeit. Sie ließ sich von den knallharten Vorgaben nicht komplett vereinnahmen.
Ihren Eltern hat Glenn Close längst verziehen
Als sie 22 Jahre alt war, sagte sich der heutige Hollywood-Star von "Moralische Aufrüstung" los. Dass ihre Eltern sie und ihre vier Geschwister (zwei Schwestern, zwei Brüder) den Fängen der umstrittenen Organisation überlassen hatten, hat die Schauspielerin ihnen mittlerweile verziehen. Ihrem Vater konnte sie das erst nicht vergeben, wie sie vor Jahren in einem Interview mit dem Magazin "People" erzählte. Unterdessen habe sie aber Verständnis entwickelt.
"Ich habe verstanden, wie verletzlich meine Eltern phasenweise waren und warum sie sich so anfällig für eine solche Gruppe zeigten." Unabhängig davon habe sie die Zeit in der Gruppe als extrem prägend wahrgenommen. In der Dokumentation "The Me You Can't See" sprach die Schauspielerin davon, dass die Vergangenheit vor allem ihre Fähigkeit beeinflusst habe, dauerhafte Beziehungen einzugehen.
Heute ist Glenn Close glücklich als Single
Nach drei Scheidungen (und einer Tochter) ist Glenn heute zufrieden mit ihrem Status als Alleinstehende. Seit ihrer Liaison mit Hedgefonds-Manager David Shaw (Trennung 2015) gab es keine neue romantische Beziehung mehr. In der "The Drew Barrymore Show" verriet sie Anfang dieses Jahres, dass sie weder auf der Suche nach einem Partner sei noch jemals Dating-Apps ausprobiert habe: "Ich bin einfach zu schüchtern dafür."