Doku missachtet

"Fuck the Academy!" - Will Ferrell über die große Oscar-Fehlentscheidung 2025

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von teleschau

Will Ferrell reagiert mit Humor auf die fehlende Oscar-Nominierung seiner Dokumentation "Will & Harper".

Bild: IMAGO / imageSPACE | picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Uncredited


In der "The Late Show" mit Stephen Colbert kritisierte Hollywood-Star Will Ferrell, dass seine gefeierte Dokumentation "Will & Harper" bei den Academy Awards keine Berücksichtigung findet. Eine öffentliche Beschwerde mit Augenzwinkern. Oder?

Will Ferrell hat seit 1995 in mehr als 60 Filmproduktionen mitgewirkt, gehörte von 1995 bis 2002 zur Stammbesetzung der Comedy-Show "Saturday Night Live" und gewann bereits sechsmal einen Emmy, eine der bedeutendsten Auszeichnungen im US-Fernsehen. Für einen Oscar wurde er noch nie nominiert. Und daran wird sich auch 2025 nichts ändern.

Dabei standen die Chancen diesmal gar nicht schlecht. Mit der Dokumentation "Will & Harper" hatte er als Co-Produzent und Co-Hauptdarsteller im Januar 2024 beim renommierten "Sundance Film Festival" für Aufsehen gesorgt. In dieser Doku begibt sich Ferrell gemeinsam mit seiner Freundin Harper Steele, einer Trans Frau, auf einen Roadtrip durch die USA. Harper, als biologischer Mann aufgewachsen, hatte Ferrell und anderen Freunden zuvor von ihrer Geschlechtsumwandlung erzählt. Die Produktion schaffte es auf die Top-15-Shortlist in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm", gehört aber nicht unter den fünf letztendlich nominierten Dokus.


Will Ferrell: "Was für ein Haufen Loser!"

Jetzt war der US-Schauspieler zu Gast in der "Late Show" mit Stephen Colbert. Dieser legte gleich scherzhaft vor, als er von der Nicht-Nominierung hörte: "Fuck the Academy!"

Ferrell stimmte ein: "Vor allem die Dokumentations-Sparte […] was für ein Haufen Loser." Das Publikum lachte schallend, Ferrell ist ja bekannt für seinen Sinn für Humor. Doch ein bisschen Enttäuschung war vielleicht schon dabei. Denn auch Colbert sagte anerkennend: "Für mich eine der besten Dokumentationen der letzten Jahre! So inspirierend!"


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Was gab den Ausschlag für die Nicht-Nominierung?

Warum genau "Will & Harper" es nicht unter die letzten fünf geschafft hat, bleibt unklar. Es könnte daran liegen, dass einige Szenen inszenierter wirken, als es für eine klassische Doku üblich ist.

Ferrell und Steele lernten sich in den 1990er-Jahren bei "Saturday Night Live" kennen. Steele war von 1995 bis 2008 Chefautorin der Show. Ferrell verriet 2024 der Zeitung "The Hollywood Reporter" über die Ursprünge ihrer Roadtrip-Doku: "Natürlich habe ich Harper klargemacht: 'Ich will unsere Freundschaft nicht ausnutzen, aber ich denke, das könnte eine wunderbare Möglichkeit für uns sein, dieses Thema zu erforschen. Damit ich lernen kann, stelle ich mir natürlich all die Fragen, die ich darüber habe, was du durchmachst und wer du bist.'"

Der Schauspieler erklärte gegenüber dem Branchenblatt "Variety", dass er und das ganze Umfeld Steele mit allen Möglichkeiten unterstützt hätten. "Aber das Ganze hat auch Fragen aufgeworfen wie: Wie können wir dir helfen? Was sollen wir tun?" Ferrell gestand, er habe zuvor "null Wissen" über die Trans-Community gehabt.