Trotz Einnahmen von über 30 Millionen Dollar
Oscar-Favorit, aber ohne Profit: "Der Brutalist"-Regisseur verdient mit dem Film keinen Cent
Aktualisiert:
von Annalena GraudenzDer Regisseur Brady Corbet erklärt, warum er mit "Der Brutalist" keinen Cent verdient hat.
Bild: IMAGO / Landmark Media | IMAGO / PsnewZ | AdobeStock
Wer es in Hollywood schafft, auf den wartet neben Ruhm auch das große Geld - so zumindest der weitverbreitete Glaube. Doch Regisseur Brady Corbet sagt, dass er trotz zehn Oscar-Nominierungen nicht von seiner Film-Sensation leben kann.
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Er zählt zu den größten Film-Hits 2024 und belegt mit zehn Nominierungen neben "Wicked: Teil 1" Platz 2 der Oscar-Liste. Nur der Film "Emilia Pérez" darf sich über drei Nominierungen mehr freuen. Trotzdem ein Wahnsinns-Erfolg für "Der Brutalist", was sich auch durch die vier BAFTA-Gewinne gezeigt hat. Ein 3,5-Stunden-Meisterwerk, das Millionen Zuschauende in die Kinos gelockt und bis dato über 30 Millionen Dollar eingespielt hat - mehr als das Dreifache seiner Produktionskosten.
Die Einnahmen reichen nicht mal für die Miete
Man könnte meinen, dass sich dieser Erfolg auch finanziell für den Regisseur lohnen sollte. Doch tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Brady Corbet behauptet sogar, dass er von seinen letzten beiden Filmen, also "Der Brutalist" und "Vox Lux" nicht mal seine Miete zahlen konnte. "Wir mussten gewissermaßen von dem Gehalt von vor drei Jahren leben", erzählt er im Podcast "WTF" von Marc Maron. Dafür habe er kürzlich eine Reihe von Werbefilmen in Portugal produziert und so das erste Mal seit Jahren wieder etwas eingenommen.
Brady Corbet ist jedoch kein Einzelfall. "Ich habe mit vielen Filmemacher:innen gesprochen, deren Filme dieses Jahr ebenfalls nominiert sind, die ihre Miete nicht bezahlen können", so Corbet. Viele der Cast- und Crew-Mitglieder hätten auf ihr Gehalt verzichtet, um mit dem verhältnismäßig geringen Budget den Film möglich zu machen.
Fun Fact: In "Der Brutalist" muss der Architekt László Tóth ebenfalls auf einen Teil seines Gehalts verzichten, um ein Bauprojekt nach seinen Wünschen verwirklichen zu können. Ob Brady Corbet mit diesem Plot seinen Frust deutlich machen wollte?
Auch aus diesem Grund lohnt sich der Film nicht finanziell
Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum der Regisseur mit seinen Filmen kein Plus macht. Denn nach dem Dreh folgt eine monatelange Pressetour - für die er nicht bezahlt wird. Bis zu 90 Interviews würde er pro Woche führen, auch samstags und sonntags arbeiten. Sieben Tage pro Woche. Seine letzten freien Tage wären über Weihnachten gewesen. So bleibt monatelang keine Zeit für neue Aufträge, die Geld in seine Kasse spülen. Eine Hingabe an seinen Job, die mit Sicherheit auch zu dem großen Erfolg von "Der Brutalist" beiträgt.