Nicht verpassen

Film-Geheimtipp: Dieses Drama wird laut Sean Connery unterschätzt

Veröffentlicht:

von Anne Oppel

Die Beziehung zwischen Jessie McMullen (Sean Connery) und Vito (Dustin Hoffman) ist etwas kompliziert.

Bild: picture alliance / COLLECTION CHRISTOPHEL | NZ


Wer an den in Schottland geborenen Schauspieler denkt, hat direkt Geheimagent James Bond im Kopf. Dabei spielte Sean Connery (†) in den unterschiedlichsten Klassikern mit.  Aber die Gangster-Komödie "Family Business" ist an vielen vorbeigegangen. Zu Unrecht, finden wir – genauso wie Sean Connery.


Vom Milchmann zum Schauspieler

Viele Hollywood-Stars sprechen in Interviews über weniger glamouröse Nebenjobs, mit denen sie sich mal über Wasser halten mussten. Sean Connery dürfte mit seinem Lebenslauf die meisten toppen.

Er wurde 1930 in Edinburgh geboren, sein Vater war Fernfahrer, seine Mutter Reinigungskraft. Um seine Familie finanziell zu unterstützen, verließ er früh die Schule und arbeitete als Milchmann und Bademeister. Außerdem hatte er Nebenjobs als Baggerfahrer, Kutscher oder Möbelpolierer (sein Spezialgebiet: das Polieren von Särgen). Nebenbei entdeckte er das Bodybuilding für sich. Mit dem durchtrainierten Körper wurde er zum gefragten Aktmodell. Es folgten Angebote zu Werbeaufnahmen und erste Engagements als Schauspieler.

Das könnte dich auch interessieren:

Noch mehr spannende Gangster-Filme mit Clint Eastwood in der Hauptrolle

Die Hollywood-Ikone Kevin Costner ist 70 geworden: Alle Highlights auf einen Blick.

Casting-Insights: Wer wird der neue James Bond? Diese Stars könnten bereits zu alt sein.

Die Geburt von James Bond

Als die Produzenten in den frühen 1960ern die James Bond-Reihe vorbereiteten, wurden sie durch eine Empfehlung auf den noch ziemlich unbekannten Sean Connery aufmerksam. Er überzeugte beim Casting besonders durch sein selbstsicheres Auftreten.

Der knapp 1,90 Meter große Schauspieler war somit der erste James-Bond-Darsteller überhaupt und schlüpfte nach seiner Premiere "James Bond – 007 jagt Dr. No" (1962) noch fünf weitere Male in die Rolle des legendären 007. Mit seinen ikonischen Looks, seiner sanften Arroganz und den anmutigen Bewegungen („wie ein Panther“) hat er die Messlatte extrem hochgelegt. Die Zeitschrift GQ beschrieb ihn als den "stilvollsten Mann, der jemals James Bond verkörperte."

Ein Highlight unter dem Radar

Insgesamt spielt er in über 70 Filmen mit. Natürlich konnte nicht jeder ein Hit werden. Bei einem seiner Werke hat es ihn aber noch Jahre später gewurmt, dass er "viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat."

Die Rede ist von "Family Business – Ehrbare Ganoven" aus dem Jahr 1989. "Ich kenne niemanden, der sich den Film angesehen hat", sagte Sean Connery mal dem Film-Kritiker Roger Ebert. "Ich weiß um die Fehler des Films, aber ich mochte die Idee. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum der Film keine Neugier geweckt hat."

Generationenkonflikt unter Gaunern

Im Mittelpunkt dieser Krimikomödie stehen drei Männer aus drei Generationen: der lebenslustige Gauner-Opa Jessie (Sean Connery), der geläuterte Vater Vito (Dustin Hoffman) und der hochbegabte Stipendiaten-Sohn Adam (Matthew Broderick).

Vito begleitete Jessie bei einigen Einbrüchen, bis er sich von seinem kriminellem Vater abwandte. Vitos 23-jähriger Sohn Adam hat sein Studium kurz vor seinem Abschluss abgebrochen. Er möchte lieber in die Fußstapfen seines lustigen Schurken-Großvaters treten als das Spießerleben seines Vaters fortzuführen.

Adam bekommt einen heißen Tipp für ein "todsicheres Ding" – der potenzielle Gewinn: eine Million Dollar. Er überredet Vater und Großvater mitzumachen, aber wie immer, wenn ein Überfall mit dem Versprechen "Da kann gar nichts schief gehen" angepriesen wird, geht natürlich alles in die Hose.

Darum lohnt sich "Family Business"

Die McMullen-Familie ist irisch-jüdisch-italienischer Abstammung. Die passenden Klischees dazu kommen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf den üppig gedeckten Tisch. Als Adam seinen Großvater etwa fragt, ob die Ehe mit seiner Oma glücklich war, erwidert Jessie: "Machst du Witze? Sie war Sizilianerin. Es widerspricht ihrer Natur glücklich zu sein. Immer hat sie ihre Scheißnudeln gekocht und ich habe schon fast Olivenöl gepisst."

Normale Familien gehen zur Therapie, die McMullens planen einen gemeinsamen Raubüberfall, um wieder zueinander zu finden. Das ironische Zusammenspiel der Darsteller, die prominente Besetzung und die zwischenmenschlichen Konflikte der drei Generationen machen den Film zu einer witzigen aber auch berührenden Familiensaga.